25. März 2012

Schritt 2 - Ent oder weder

Heute geht es nur um eine Kleinigkeit, über die sich viele Schreiberlinge aber nicht im Klaren sind. Besonders Anfänger oder Leute, die aus dem Fanfiction-Bereich ausbrechen und ein Original schreiben wollen, sind oft unentschlossen.

Die Frage ist: Freizeile oder normaler Absatz? (Und brauche ich überhaupt Absätze???)

Zuallererst: JA! Man braucht Absätze. Dringend. Absätze lockern das Textbild auf und verhindern, dass wir Kopfschmerzen beim Lesen bekommen.

Ein neuer Absatz kündigt einen Perspektivwechsel an, eine neue wörtliche Rede, oder manchmal auch Überraschungsmomente und poignante Stellen, die wir besonders hervorheben wollen. Drama, Baby, und so.

Besonders wichtig finde ich hierbei die neuen Absätze für wörtliche Rede. Manche Autoren schreiben ja hintereinander weg, alles in einen Block. Das Lesen wird dabei zur Qual, oder?

"Deine Mutter hasst mich", sagte A. "Das stimmt doch gar nicht!" A seufzte. "Und ob das stimmt. Sie hat den Messerblock nach mir geworfen." "Weil du sie eine vertrocknete alte Sumpfkuh genannt hast!", keifte B.

Schöner ist es so, wenn man gleich sieht, dass jemand Neues spricht:

"Deine Mutter hasst mich", sagte A.
"Das stimmt doch gar nicht!"
A seufzte. "Und ob das stimmt. Sie hat den Messerblock nach mir geworfen."
"Weil du sie eine vertrocknete alte Sumpfkuh genannt hast!", keifte B.

Und so weiter und so fort. Man könnte das auch noch weiterführen und Leerzeilen dazwischen packen. Bei Fanfictions ist es gang und gebe so zu arbeiten, damit das Lesen am Bildschirm leichter ist. Diese Angewohnheit überträgt sich häufig auf die ersten eigenen Gehversuche - auch bei mir, nur habe ich mir das mittlerweile abgewöhnt. Eine halbe Stunde lang Freizeilen zu löschen lehrt einen ein paar Dinge ;)

Damit will ich nicht sagen, dass Freizeilen für E-Books nicht praktisch sein können, da man sie mit Hilfe von Apps ebenfalls am Bildschirm liest, häufig auf Tablet PC oder Smartphones, die das Auge wegen des "Display-Glare" nach einer Weile anstrengen. Ich habe schon etliche E-Books gekauft und gelesen, die Freizeilen hatten, die Praxis ist also weit verbreitet.

Nichtsdestotrotz sehe ich das persönlich etwas anders. E-Reader sind viel kleiner als der durchschnittliche PC-Bildschirm, Freizeilen sind daher gar nicht notwendig und ziehen ein Dokument nur unnötig in die Länge, was Batteriesaft kosten kann. Dazu kommt noch, dass einige Verkaufsplattformen wie Amazon eine Übertragungsgebühr auf den Kaufpreis von E-Books aufschlagen. Diese variiert nach Größe des Dokuments. Je länger also ein Buch ist (und je teurer; ab 2,99€ geht das mit der Gebühr los, wenn ich richtig informiert bin), desto mehr muss der Kunde dafür bezahlen. Das kann im Einzelfall sogar Leser abschrecken. Über Strom denkt kaum jemand nach, wenn er ein E-Book kauft, aber über ein paar Extra-Cent schon.

Mein Tipp heute lautet also, eure Texte lieber im Blocksatz zu formatieren und die Lesbarkeit mit Erstzeileneinzügen zu gewährleisten. Den erstellt ihr, wenn ihr euren Text komplett markiert und dann oben im Lineal über der Seite auf das oberste Dreieck geht (es erscheint die Info "Erstzeileneinzug"). Zieht es ein wenig nach rechts, ca. einen halben Zentimeter oder wie weit ihr ihn auch immer setzen wollt - voilà, fertig ist die augenfreundliche Absatzeinrückung!

Bedenkt aber, dass bei Kapitelanfängen oder bei neuen Abschnitten kein Erstzeileneinzug hingehört. Schaut in jeden beliebigen Roman. Wenn er Erstzeileneinzüge hat , ist es dort garantiert auch so. Nehmt zum Beispiel Biss zum Morgengrauen. Ein kurzer Blick ins Buch bei Amazon genügt: Beispiel  :-) Diese Einrückung macht ihr rückgängig, indem ihr oben das selbe Dreieck einfach wieder zurückschiebt.

Und noch ein Tipp: Egal, ob ihr euch für Freizeilen oder Blocksatz entscheidet ... Kombiniert nicht beides miteinander. Wer Freizeilen benutzt, braucht keinen Erstzeileneinzug mehr. 

Viel Erfolg!

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